(1) Als Lockerung des Vollzugs kann namentlich angeordnet werden, dass der Gefangene

 

    1.  außerhalb der Anstalt regelmäßig einer Beschäftigung unter Aufsicht (Außenbeschäftigung) oder ohne Aufsicht

         eines Vollzugsbediensteten (Freigang) nachgehen darf oder

    2.  für eine bestimmte Tageszeit die Anstalt unter Aufsicht (Ausführung) oder ohne Aufsicht eines Vollzugsbediensteten (Ausgang)

         verlassen darf.

 

(2) Diese Lockerungen dürfen mit Zustimmung des Gefangenen angeordnet werden, wenn nicht zu befürchten ist, dass der Gefangene sich dem Vollzug der Freiheitsstrafe entziehen oder die Lockerungen des Vollzugs zu Straftaten missbrauchen werde.

 

§ 11 StVollzG Lockerung des Vollzugs

§ 57 StGB  Bewährung

Die Bewährung ist ein bestimmter Zeitraum, in der eine Person das in sie gesetzte Vertrauen rechtfertigen muss. In der Regel wird der Begriff im Bereich des Strafrechts für die Zeitdauer der Aussetzung einer Freiheitsstrafe verwendet. In Österreich und in der Schweiz verwendet man den Ausdruck „bedingte Strafe“. Der Verurteilte bleibt dabei in Freiheit (oder wird in die Freiheit entlassen, soweit er sich zuvor in Untersuchungshaft befand), der eigentliche Strafausspruch besteht jedoch trotzdem. Anders als vielfach vermutet oder in den Medien dargestellt, ist die Bewährung aus juristischer Sicht keine Strafart neben oder statt einer Freiheitsstrafe („Bewährungsstrafe“). Die Strafe wird lediglich nicht vollstreckt, der Verurteilte bekommt stattdessen Gelegenheit, in einem festgelegten Zeitrahmen zu zeigen, dass er keine weiteren (in der Praxis: ähnlichen) Straftaten mehr begeht. Wird er innerhalb des Bewährungszeitraumes rückfällig, droht Vollstreckung der ausgesprochenen Strafe.

 

Unter den Begriff „Bewährung“ kann auch die vorzeitige Haftentlassung bei positiver Sozialprognose fallen, im deutschen Strafgesetzbuch (StGB) als „Aussetzung des Strafrestes zur Bewährung“ bezeichnet und geregelt in § 57 ff. StGB.

Aktualisiert Dezember 2017

Strafvollzug24